Die Initiative “Energiesparstadt Meldorf” ist eine Bürgerinitiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, einen lokalen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, indem sie Energiesparen, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien in Meldorf und darüber hinaus thematisiert und fördert. Die Initiative ist eine Arbeitsgruppe im Verein Agenda 21 für Meldorf .
Schwerpunktmäßig will sie durch Informationsveranstaltungen, Messen, konkreten Projekten und politischen Handeln Meldorf zu einer Kommune weiterentwickeln, die sich der Verantwortung für den Klimaschutz stellt und sich vorbildhaft einer nachhaltigen Energieversorgung verpflichtet sieht.
Die Initiative sieht darin einen wichtigen Beitrag, um
- den Klimaschutz zu verbessern,
- unseren Teil einer globalen Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen,
- die Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zu verringern und mittelfristig zu beenden,
- den Ausstieg aus der Atomenergie zu unterstützen,
- wirtschaftliche Chancen für örtliche Betriebe zu verbessern,
- Meldorf als “Energiesparstadt” nach innen und außen positiv zu besetzen.
Die Initiative hat das Ziel, das Thema “Energiesparstadt Meldorf” in unserer Stadt zu verankern.
Wir wollen daher viele Meldorfer Bürger, Betriebe und Verwaltungen gewinnen,
- sich zu engagieren und aktiv an diesem Projekt mitzuarbeiten,
- die Chancen neuer Energiespartechnologien zu nutzen,
- die politischen Gremien der Stadt zu nachhaltigen Entscheidungen zu veranlassen.
Unser Motto:
“Global denken, lokal Handeln!”
2006 wurde der Initiative “Energiesparstadt Meldorf” für Ihren Beitrag zum Klimaschutz der Nachhaltigkeitspreis des Landes Schleswig-Holstein verliehen.


Initiative „Energiesparstadt Meldorf“
Ursprung, Wege, Ziele
Zehn Jahre ist es her, dass sich ca. 20 Bürger zu einem Runden Tisch in der Meldorfer Gelehrtenschule zusammenfanden. Anlass war eine Ausstellung zum Thema „Agenda 21“. Es herrschte damals Konsens, dass wir, nach dem Motto „global Denken – lokal Handeln“, in Meldorf verstärkt unser Augenmerk auf die Gefahren des Klimawandels richten sollten, und das Prinzip der Nachhaltigkeit Grundlage für zukünftiges Handeln sein müsse. Aus diesem Treffen heraus entwickelten sich mehrere Gruppen mit unterschiedlichen Ideen und Ansätzen. Gemeinsam wurde der Begriff „Energiesparstadt Meldorf“ geprägt. Damit stellte die Initiative bewusst den Umgang mit Energie, als das zentrale Thema der Zukunft, in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten.
Schon die ersten Ideen zeugten von der Vielfalt der Ansatzmöglichkeiten. So beschäftigte sich eine Gruppe Lehrer aus verschiedenen Meldorfer Schulen mit Fragen wie: Können wir eine Solaranlage für unsere Schule anschaffen? Wie können wir die Energiekosten in den Schulen verringern? Mit welchen Methoden können wir Problembewusstsein bei den Schülern schaffen?
Eine andere Gruppe setze sich zum Ziel Meldorf zur Solarstadt zu entwickeln. Erste Höhepunkte waren hierbei 2002 und 2003 die Planung und Installation von 2 Bürgersolar-Anlagen auf der Großsporthalle und auf dem AWO-Kindergarten. Ca. 40 Bürger beteiligten sich an diesen Projekten.
Eine dritte Gruppe nahm sich vor die vorhandenen gewerblichen und privaten Kompetenzen im Bereich Energiesparen und Erneuerbare Energien zu bündeln und nach außen zu tragen. So entstanden 2001 die „Meldorfer Klimaschutztage“.
Wo stehen wir heute?
- Zwei unserer Meldorfer Schulen haben inzwischen eine PV-Anlage. „Energiesparen“ und „Klimaschutz“ sind Themen, die Eingang in den Schulalltag gefunden haben.
- Meldorf beteiligt sich seit Jahren an der bundesweiten Solarbundesliga. In akribischer Arbeit wird die Dichte aller Solarthermie- und PV-Anlagen erfasst und in die Liga eingebracht. In der Kategorie „Kleinstädte“ belegt Meldorf den 1. Rang in Schleswig-Holstein.
- Die „Meldorfer Klimaschutztage“ haben inzwischen Tradition und wurden 2009 zum 6. mal organisiert. Mit der Mischung aus „Energiesparmesse“ und „Klimaschutzforum“ bieten sie umfassende Informationen über die globalen und lokalen Auswirkungen des Klimawandels und Informationen über ganz praktische Handlungsmöglichkeiten. Damit kann sich jeder Bürger kompetent von Firmen vor Ort über sein maßgeschneidertes Programm zur Energieeinsparung beraten lassen.
- Mit der Gründung des Vereins „Agenda 21 für Meldorf“ hat sich die Initiative eine neue rechtliche Basis geschaffen.
- Auch in die Kommunalpolitik hat das Thema Energiesparen Einzug gehalten. Es gibt ein Energiekataster für alle öffentlichen Gebäude. Dieses bietet eine Basis für Investitionen in sinnvolle Energiespartechnik. Die kommunalen Liegenschaften haben inzwischen ihren Strombezug auf Ökostrom umgestellt.
Im Ortsteil Ammerswurth entstand 2010 die größte PV-Freiflächenanlage Schleswig-Holsteins. Sie wird voraussichtlich mit 7,65 MWp ca. 2.500 Haushalte mit Strom beliefern können. Die ersten Kontakte für dieses Projekt wurden von der Initiative „Energiesparstadt Meldorf“ geknüpft.
Zurzeit wird die Frage geprüft: Sollen die Versorgungsnetze für Strom und Gas in kommunale Hand übergehen, womit sich neue Perspektiven und Handlungsspielräume erschließen ließen.
- Die Bauleitplanung für ein Bioenergiewerk am alten Meldorfer Hafen ist in die Wege geleitet. Geplant ist ein Pilotprojekt auf der Basis von Treibsel.
- Die Idee eines „Informationszentrums Zukunftsenergie“ wird entwickelt. Geplant ist dieses Zentrum als ein attraktives Schaufenster für die Kompetenz Meldorfs und Dithmarschens im Bereich der Erneuerbaren Energien. Sowohl touristisch als auch wirtschaftlich könnten hiermit entscheidende Impulse für die Region erzielt werden.
Welche Ziele verfolgt die Initiative?
Mit den Schlagworten „Klima schützen – Wirtschaft fördern – Wohnwert steigern“ wurde die Zielrichtung schon von Beginn an deutlich.
- Wir wollen, dass unsere Stadt, dass heißt Politik, Wirtschaft und Bürger, sich ihrer Verantwortung stellt und in Zeiten eines sich immer schneller verstärkenden Klimawandels ihren Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung übernimmt.
- Wir wollen, dass Meldorf sich als Vorreiter versteht. Wir wollen nicht am Ende des Zuges sein. Wir glauben, dass unsere Stadt damit nach außen und nach innen zukunftsfähiger wird und seine Attraktivität für Bürger und Wirtschaft steigern kann.
- Wir sehen in der Thematik eine große Chance für heimische Firmen, sich am Markt besser positionieren zu können. Stichworte wie energieeffizientes Bauen und Sanieren, Energiespartechniken, Wind-, Solar- oder Bioenergie bieten Zukunftschancen.
- Wir wollen die energetische Unabhängigkeit unserer Stadt, auf der Basis erneuerbarer Energien und dezentraler Versorgungsstrukturen verstärken.
- Wir wollen unsere Bürger auf diesem Weg mitnehmen. Das heißt, Bewusstsein schaffen durch Information und konkrete Hilfestellungen. Wir sind davon überzeugt, dass notwendige Veränderungen nur eintreten werden, wenn viele Menschen durch bewusstes Handeln dies mit unterstützen.
Der Satz „global Denken – lokal Handeln“ hat seine Richtigkeit nicht verloren!
„Meldorf – eine Stadt voller Energien!“
Meldorf, den 01. Febr. 2010
Schauen Sie hier den Kurzfilm “Die Rechnung”: www.germanwatch.org/klima/film09.htm (Klicken Sie hier!)
