Ein nachhaltiges Energiekonzept für Meldorf

Vorbemerkungen:

Der Mensch verändert das Klima. Er beutet die natürlichen Recourcen der Erde aus. Die Weltbevölkerung wächst ungebremst. Drei Feststellungen, die heute nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt werden. Im Bericht des UN-Weltklimarates werden die Auswirkungen der Veränderungen in verschiedenen Szenarien beschrieben. Die EU und die Bundesregierungen haben daher Ziele für die Begrenzung klimaschädlicher Emissionen gesetzt. Bis 2050 soll der CO2-Ausstoss um mindestens 80 % gesenkt werden. Die Reserven der fossilen Energieträger sind begrenzt und nähern sich in diesem Jahrhundert dem Ende. Die aktuellen Konflikte in Nordafrika zeigen die Energieabhängigkeit unserer Volkswirtschaft. Die Atomenergie hat keine Zukunft. Nach der Katastrophe von Fukushima werden Atomkraftwerke weltweit und hier in Deutschland mit Recht in Frage gestellt.

Alles Entwicklungen, denen wir uns vor Ort kaum entziehen können. Wir müssen uns daher jetzt darauf einstellen.

Es ist sinnvoll sich als Stadt schon heute mit diesen Entwicklungen und deren Auswirkungen zu beschäftigen.

Es stellen sich also Fragen wie: Wie soll unsere Energieversorgung in Zukunft aussehen? Welche Maßnahmen müssen wir heute schon ergreifen? Mit der Entwicklung eines entsprechenden Leitbildes hat sich der Kreis Dithmarschen im letzten Jahr dieses Themas angenommen.

Inhalt:

  1. Blick zurück
  2. Aktueller Stand
  3. Entwicklungen
  4. Stadtwerke
  5. Zusammenfassung

 1.       Blick zurück:

 Am 31. Jan. 1993 wurden die Konzessionsverträge für das Strom- und Gasnetz zwischen der Stadt Meldorf und der E-on (damals Schleswag) abgeschlossen. In dieser Zeit gab es dazu kaum eine Alternative. Hinzu kam, dass das Thema Energie eher ein Randthema für Experten war. Dies hat sich jedoch in diesen 20 Jahren nachhaltig verändert – auch hier in Meldorf! Insbesondere durch viele Aktivitäten auf gewerblicher und auf ehrenamtlicher Ebene haben die Themen Klimaschutz, Energiesparen und regenerative Energien das Bewusstsein der Bevölkerung erreicht. Eine kurze Aufzählung lokaler Beispiele zeigt dies eindrucksvoll:

Bauen:

  • 1995 – Bau von 12 Sozialwohnungen in ökologisch gebauten Niedrigenergiehäusern
  • 1996 – Bau des ökologischen Kindergartens am Otto-Nietsch-Weg
  • 1998 bis 2001 Bau der ökologischen Siedlung Roter Sand mit 21 Wohneinheiten

Kommunale Maßnahmen:

  • 2007 – Heizungsoptimierung des Rathauses und der Ditmarsia
  • 2008 – Ökostrom für städtische Liegenschaften
  • 2010 – Energetische Sanierung kommunaler Gebäude, z.B. Sporthalle, Hallenbad

Gewerbe:

  • 1991 – Gründung Naturbau
  • 1998 – Öko-Audit Evers Druck
  • 2007 – Gründung Aldra Solar
  • 2009 – Energetisches Pilotprojekt Sky-Markt
  • 2010 – Solarpark Nord in Ammerswurth

Bürger:

  • 2002 und 2004 Bau von 2 Bürger-Solaranlagen (30 kWp)
  • Heute – Größte Dichte an PV-Anlagen in S.-H. (lt. Solarbundesliga)
  • 2007 – Gründung Agenda 21 für Meldorf
  • Arbeitskreis Klimaschutztage
  • Sünnschien GbR

Das Land S.-H. zeichnete dies aus:

  • 2000 – Nachhaltigkeitspreis für Fa. Naturbau
  • 2006 – Nachhaltigkeitspreis für die Initiative Energiesparstadt Meldorf
  • 2007 – Energie-Olympiade für innovatives Heizungskonzept im Rathaus
  • 2010 – Nachhaltigkeitspreis für den neuen Sky-Markt

2. Aktueller Stand:

Besonders dynamisch war in den letzten 10 Jahren die Entwicklung im Solarbereich. Da mögliche Windkraft-Projekte durch Auflagen des Denkmalschutzes verhindert werden (Sichtabstand zum Dom), konzentrierte sich privates und gewerbliches Engagement besonders auf die Bereiche Photovoltaik und Solarthermie.

Die Sünnschien GbR hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Entwicklung so weit möglich zu erfassen. Sie liefert damit die Daten für die Beteiligung Meldorfs an der Solarbundesliga.

Danach ergab sich zum 31.12.2010 folgendes Bild:

  • Die durch Solaranlagen auf Meldorfer Stadtgebiet produzierte Stromleistung betrug ca. 11.500 kWh. Die Modulfläche umfaßte mehr als 100.000 m². Das entspricht dem Strombedarf von mehr als 8.000 Bürgern.
  • Auf einer Fläche von ca. 1.300 m² Solarthermie-Kollektoren wurde Warmwasser für etwa 400 Bürger erzeugt.
  • Die durch die Anlagen vermiedenen CO2-Emissionen summierten sich auf ca. 12.000 t/a

Seit 1995 gibt es im südlichen Hemmgebiet ein Nahwärmenetz mit ca. 150 Anschlüssen, das durch ein Blockheizkraftwerk versorgt wird. Das Meldorfer Schwimmbad wird mit Abwärme der Fa. Evers beheizt.

Weiterhin steigt die Anzahl an Wärmepumpen in privaten Haushalten. Eine weitere starke Zunahme ist bei der energetischen Sanierung von Privathäusern feststellbar. Hier sind insbesondere Maßnahmen zur Dämmung, zur Fenster- und zur Heizungserneuerung zu nennen.

Der wirtschaftliche Aspekt für unsere Stadt ist beträchtlich. Geschätzte 200 Arbeitsplätze sind direkt oder indirekt dadurch entstanden. Untersuchungen haben ergeben, dass alleine durch die PV-Anlagen viel Kapital in unserer Region bleibt. So betrugt die Wertschöpfung für die Installation aller bestehenden Anlagen ca. 1.000.000 €, für den 20 jährigen Betrieb nochmals 15.000.000 €. An zusätzlichen Steuereinnahmen für die Stadt beläuft sich dies auf etwa 2.500.000 € in diesem Zeitraum.

Mit dieser Entwicklung liegt unsere Stadt im Spitzenbereich schleswig-holsteinischer Kommunen.

Betrachtet man den Versorgungsgrad Dithmarschens mit Strom, so liegt er inzwischen bei ca. 140 % durch Wind-, Solar- und Biogas-Anlagen. Unser ganzer Kreis ist zwischenzeitlich bundesweit als 100% EE-Plus Region anerkannt. Die Erneuerbaren Energien sind heute ein prägender Bestandteil unserer Heimat geworden.

3. Entwicklungen:

Alles deutet darauf hin, dass die Dynamik der letzten 10 Jahre weiterhin ungebrochen sein wird. In den vor uns liegenden Jahren wird die Entwicklung in den Bereichen „Energiesparen“, „Steigerung der Energieeffizienz“ und „Ausbau der Erneuerbaren Energien“ weiter fortschreiten. So ist auf Grund deutlich steigender Energiepreise damit zu rechnen, dass sich dies auch im Verbraucherverhalten und in den entsprechenden Investitionen niederschlagen wird. Zudem wird in wenigen Jahren auch im Bereich des Solarstroms eine Netzparität erreicht werden, da die Anlagenpreise weiter sinken. Mit der Verabschiedung des Landschaftsplanes durch die Stadtvertretung sollen die planerischen Grundlagen für den weiteren Ausbau der Solarenergie geschaffen werden. 

Ein weiteres spannendes Potential wird sich bei der E-Mobilität entwickeln. Elektro-Fahrräder werden ein Thema im Tourismus werden. Der Aufbau von Solartankstellen wird notwendig werden. Ziel der Bundesregierung sind 1 Mill. E-Autos bis 2020. Sie werden in Zukunft einen Teil der überschüssigen regenerativen Energien speichern können.

Bekanntlicherweise stehen Strom aus Wind und Sonne nicht gleichmäßig zur Verfügung. Eine Grundlastversorgung über Bio-Heizkraftwerke kann daher die Sicherheit der Versorgung erhöhen. Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass negative ökologische Bilanzen, wie z. B. durch Maismonokulturen vermieden werden. Eine Konkurrenz zwischen dem Anbau von Energierohstoffen und Nahrungsmitteln sollte ausgeschlossen werden. Das geplante Projekt eines Bio-Heizkraftwerkes am Meldorfer Hafen auf der Basis von Treibsel und anderen energetischen Reststoffen ist dagegen sinnvoll.

Der Aufbau so genannter „Virtueller Kraftwerke“, das heißt einer intelligenten Koppelung der verschiedenen Erneuerbaren Energien, ist zukunftsweisend. Sie sind ein Schritt zur (über-) regionalen Energie-Autonomie.

Auch mit der Planung eines ökologisch/energetisch gebauten Ferienhausprojektes im Speicherkoog wird das Thema konsequent touristisch aufgegriffen.

Besonders wichtig ist es, die Bevölkerung durch umfassende Informationen auf diesem Weg mitzunehmen.

In diese Richtung zielt das Projekt „ = Erlebnis- und Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien“. Es sieht vor, als Schaufenster unserer Region die Entwicklung der regenerativen Energien zu thematisieren.

Drei Säulen tragen dieses Konzept:

  • E³ als touristisches Erlebniszentrum, in dem der Wandel von einer fossil und atomar geprägten zentralen zu einer dezentralen / regionalen Versorgung mit erneuerbaren Energien erfahrbar sein wird.
  • E³ als Schaufenster des Kreises und als Kompetenzzentrum der verschiedenen regionalen Marktakteure. Ein Anlaufpunkt für Kunden und Fachpublikum.
  • E³ als Bildungs- und Innovationszentrum, um den wachsenden Bedarf an Weiterbildung aufzugreifen und um Fachkongresse zu organisieren.

Diese Projekt wird zur Zeit im Rahmen einer Potentialanalyse auf seine Realisierungschancen hin untersucht. Die Umsetzung eines solchen Projektes wird die Attraktivität unserer Stadt auch für Firmengründungen erhöhen.

4. Stadtwerke:

Mit dem Auslaufen der Konzessionsverträge für das Strom- und das Gasnetz zum 31. 01. 2013 stellt sich für Meldorf die Frage nach der Zukunft der Netze. Bundesweit entscheiden sich zur Zeit viele Gemeinden und Städte ihre Netze wieder in eigene Regie zu übernehmen. Im Kreis sind nach Heide mit Brunsbüttel und St. Michaelisdonn zwei weitere Kommunen auf dem Weg zur Rekommunalisierung und haben inzwischen eigene Stadt- bzw. Gemeindewerke gegründet.

Was bewegt Kommunen zu diesem Schritt?

  • Sie wollen die Wertschöpfung in der Region halten und ausbauen.
  • Sie wollen sich eigene Geschäftsfelder aufbauen und damit finanzielle Spielräume erschließen.
  • Sie wollen die Energieversorgung wieder näher zu ihren Bürgern bringen.
  • Sie wollen Dienstleistungen für ihre Bürger bündeln.
  • Sie wollen die Abhängigkeit von global agierenden Energiekonzernen abbauen.

Trotzdem zögern viele Gemeinden und gehen den vermeintlich einfacheren Weg der Verlängerung der Konzessionsverträge. Warum entscheiden sie sich dafür?

  • Der Weg zur eigenen Netzübernahme ist kompliziert. Häufig fehlt es an Informationen und Fachkompetenz.
  • Der Prozess ist langwierig. Juristischen Auseinandersetzungen mit dem jetzigen Netzbetreiber sind möglich.
  • Es muss in Vorleistungen gegangen werden. Beraterkosten fallen in nicht unerheblicher Höhe an.
  • Das Risiko wird als zu groß empfunden. Werden eigene Stadtwerke wirtschaftlich arbeiten können, und sind sie in der Lage die technischen Herausforderungen zu bestehen?
  • Aber auch eine Portion Bequemlichkeit, nach dem Motto „Warum sollen wir was ändern, was doch ganz ordentlich läuft?“

Die städtischen Gremien unserer Stadt befinden sich im Augenblick in diesem Abwägungsprozess. Bis Mitte 2011 sollte eine klare Strategie entwickelt werden.

Die Vorarbeiten der letzten 2 Jahre waren umfänglich. Zwei Veranstaltungen boten allen Entscheidungsträgern umfassende Informationen über den Weg, die Risiken und die Chancen einer Netzübernahme. Mit Herrn Braetsch wurde ein kompetenter Berater eingeschaltet, der dies in einer ersten Machbarkeitsstudie über die Stromnetze untersucht hat. Auf Amtsebene wurden die unterschiedlich endenden Konzessionsverträge der Amtsgemeinden in Verhandlungen mit der E-on Netz AG vereinheitlicht und eine Übergangszeit bis 2018 ausgehandelt. Damit wird die Möglichkeit eröffnet zu einem späteren Zeitpunkt eine große Lösung unter Einbeziehung möglichst vieler Gemeinden anzustreben.

Die Stadt Meldorf hat dies als Option für die Zukunft begrüßt, prüft aber, ob sie schon zu einem früheren Zeitpunkt aktiv werden kann. Da sich die Wirtschaftlichkeit eigener Meldorfer Stadtwerke und die Übernahme der Netze nach der Studie nur begrenzt positiv prognostizieren lässt, stellt sich die Frage nach einer strategischen Partnerschaft. 

In mehreren Sondierungsgesprächen mit möglichen Partnern wurden hierfür interessante Optionen erkennbar.

Es stellen sich den Stadtvertretern daher folgende Fragen:

  1. Sind sie sich fraktionsübergreifend einig in den Zielen, die sie anstreben wollen? Und
  2. Sind sie bereit ca. 50.000 € in die Hand zu nehmen, um den nächsten Schritt einer Ausschreibung und der Aufnahme von konkreten Verhandlungen den Weg zu ebnen?

 Die Gründe, die aus meiner persönlichen Sicht dafür sprechen Gas- und Stromnetze zu übernehmen, möchte ich hier darstellen und in den Fraktionen zur Diskussion stellen.

  1. Vor dem Hintergrund der oben dargestellten Entwicklungen unserer Stadt und den Möglichkeiten die sie für die Zukunft bieten, ist die Gründung von Meldorfer Stadtwerken eine folgerichtige Entscheidung. Stadtwerke bieten eine professionelle Struktur, um Ziele der energetischen Entwicklung zu steuern und wirtschaftlich gewinnbringend umzusetzen.
  2. Eine Partnerschaft, z.B. mit anderen Stadtwerken, wie sie sich in den Sondierungsgesprächen eröffnet hat, verringert unser Risiko. Ich bin mir sicher, dass ein  Interesse nur gegeben ist, wenn ein Partner ein solches Konstrukt als wirtschaftliche Chance sieht. Durch Synergieeffekte z.B. in der kaufmännischen Führung oder im technischen Bereich können beide Partner profitieren.
  3. Mit einem 51 % Anteil schaffen wir uns Entscheidungsfreiheit bei der Umsetzung kommunalpolitischer Ziele.
  4. Der Aufbau eigener Geschäftsfelder z. B. von Produktion und Vertrieb Erneuerbarer Energien alleine oder in Kooperation mit anderen erschließt zusätzliche wirtschaftliche Optionen. Die Förderung von E-Mobilität wird interessant werden.
  5. Eine Bündelung von Serviceleistungen für unsere Bürger kann zu besseren Erträgen führen. So wäre es überlegenswert den Bauhof mit seinen Leistungen dort einzugliedern. Damit könnte er als normaler Marktteilnehmer auch zusätzliche Dienste anbieten, z. B. im Winterdienst.
  6. Stadtwerke sind näher am Bürger. Mit einem Servicebüro könnten Anliegen der Kunden sehr viel persönlicher bearbeitet werden als zur Zeit durch anonyme Call-Center. Preisvorteile durch Einsparungen z. B. bei den Netzdurchleitungskosten könnten an die Kunden weitergegeben werden.
  7. Die Möglichkeiten des steuerlichen Querverbundes eröffnen neue Optionen für die Stadt. Als Beispiel sei hier die Dithmarscher Wasserwelt der Stadt Heide genannt, die von den Stadtwerken geführt wird.
  8. Die Netzendgeltverordnung der Bundesnetzagentur garantiert für Neuanlagen eine Eigenkapitalverzinsung von ca. 7,2 % nach Körperschaftssteuer.
  9. Eine Übernahme des Nahwärmenetzes im Hemmgebiet wäre sinnvoll. Stadtwerke könnten die weitere Entwicklung solcher Netze fördern, z. B. im Bereich der Schulen und Sportanlagen.
  10. Die Meldorfer Stadtwerke bilden den Kern für spätere regionale Entwicklungen. Für andere Gemeinden würde damit schon eine Basis für die Übertragung ihrer Netze in eine bestehende Struktur gegeben sein.

Wenn wir diesen Schritt nicht gehen wollen, bleibt nur der Abschluss neuer Konzessionsverträge. Die E-on lockt hierbei mit der Beteiligung an der Schleswig-Holstein Netz AG verbunden mit einer festen Rendite.

Hier möchte ich aus einem Schreiben der VKU (Verband kommunaler Unternehmen e.V.) zitieren, die das Angebot der E.on als nicht attraktiv oder empfehlenswert bezeichnen:

  • Das Beteiligungsangebot … ist äußerst komplex. Kommunen sollten sich für eine Beteiligung nur dann entscheiden, wenn das über 100-seitige Angebot … vollständig verstanden wird.
  • E.on verschafft sich durch den Verkauf der Aktien … neue Liquidität ohne nennenswerten Einfluss auf die S.-H. Netz AG zu verlieren und sichert die Konzessionen für die S.-H. Netz AG.
  • Die garantierte Dividende hängt vom Bestand des Gewinnabführungsvertrages zwischen E.on Hanse AG und S.-H. Netz AG ab, der von der E.on Hanse AG … gekündigt werden kann, mit der Konsequenz, dass die vereinbarte Garantiedividende entfällt.
  • Die S.-H. Netz AG ist in ganz erheblichem Umfang auf Dienstleistungen der E.on Hanse AG angewiesen. Dies begründet das Risiko, dass eine Gewinnverlagerung von der S.-H. Netz AG zur E.on Hanse AG stattfindet.

Die VKU schlägt in ihrem Schreiben vom 25.10.2010 stattdessen vor, Kooperationen mit anderen Partnern zu suchen.

5. Zusammenfassung:

Sowohl gewerbliche, als auch private oder kommunale Maßnahmen im Energiebereich beeinflussen sich gegenseitig. So übernehmen viele Stadtwerke Beratungsaufgaben für Fragen der Energieeinsparung bei Privat- oder Firmenkunden. Örtliche Unternehmen haben ein Interesse ihre Klimabilanzen durch Einsatz regenativer Energien aus der Region zu optimieren. Klimaschutz spielt inzwischen im Marketing vieler Firmen eine große Rolle.

Das Erlebnis- und Kompetenzzentrum E³ unterstützt diese Aufklärung und kann von Firmen strategisch genutzt werden. Eine Kooperation mit den Stadtwerken könnte zu wirtschaftlichen Synergieeffekten führen. So könnte die kaufmännische Leitung durch die Stadtwerke erfolgen. Sie könnten das Zentrum auch für Tagungen u. ä. nutzen.

Die Entwicklung der letzten 10 Jahre in unserer Stadt hat schon heute zu einer herausgehobenen Stellung unter den Städten und Gemeinden in Schleswig-Holstein geführt. Der Begriff „Energiesparstadt Meldorf“ ist inzwischen auf politischer Bühne und in Fachkreisen angekommen. Neben St. Michaelisdonn tauchen wir explizit als Vorzeigekommune im Leitbild des Kreises auf. Wir sind also dabei hiermit ein eigenes Profil zu entwickeln, das uns noch wahrnehmbarer auf Kreis- und Landesebene macht. Mit den Projekten „E³“, Bioheizkraftwerk und Stadtwerke würden wir ein positives Alleinstellungsmerkmal entwickeln.

Wir stehen in einem immer stärkeren Wettbewerb mit anderen Kommunen.

  • Wie können wir hier  Arbeitsplätze sichern und neue schaffen?
  • Wie erhöhen wir die Wertschöpfung vor Ort?
  • Was kann uns als Kommune interessant für Firmenansiedlungen machen?
  • Was beeinflusst Familien sich in Meldorf niederzulassen?

Neben den vielen anderen attraktiven Seiten unserer Stadt wird die Frage nach der zukunftsweisenden Energieversorgung einen besonderen Stellenwert einnehmen. Wir sollten daher konkrete Ziele und Umsetzungsstrategien für die Zukunft Meldorfs entwickeln.

Ich bin mir sicher, dass wir gute Chancen in den nächsten Jahren haben. Was wir aber dafür benötigen ist der Mut heute die Weichen richtig zu stellen

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
Seneca

Meldorf, den 11. März 2011

Horst-Walter Roth