E³ – Erlebnis- und Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien

Informations- und Erlebniszentrum Erneuerbaren Energien in Dithmarschen

Projektskizze

Stand 10. Juli 2010


Inhalt:  

  1. Ausgangslage
  2. Projektbeschreibung/ Projektinhalte
  3. Standort
  4. Projektzielsetzung
  5. Projektträger und Projektpartner/ Betreiber
  6. Nächste Schritte
  7. Ansprechpartner

 

1. Ausgangslage

 

In Dithmarschen ist die Nutzung erneuerbare Energien in öffentlichen Gebäuden und Privathaushalten nicht mehr wegzudenken. Die Westküste hat sich in den letzten Jahren zu einem überregional bedeutsamen Standort für Wind- und Solarenergie entwickelt. Ähnlich wie das flache Land und die Deiche prägen inzwischen Windräder den Charakter unseres Kreises. Schon von weitem können Urlauber und Besucher die Windräder erkennen, die über ganz Dithmarschen verteilt sind.

Touristen verbinden mit der Westküste vor allem naturnahe Erholung. Die ausgeprägte Nutzung von Wind und Sonne passt in dieses Bild der Westküste.

Aber nicht nur die Windenergienutzung spielt im Bereich der erneuerbare Energien in Dithmarschen eine große Rolle sondern auch die Solarenergie und Energie, die aus Biomasse gewonnen wird. Die klimaschonende Abwärmenutzung vervollständigt das Bild. Dithmarschen produziert bereits heute deutlich mehr regenerative Energie als der Kreis an Energie selbst verbraucht.

Regenerative Energien liegen im Trend. Schon 10,1 % des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfielen 2009 auf Strom aus erneuerbaren Energien. Viele Eigenheimbesitzer erzeugen inzwischen mit eigenen Solaranlagen Wärme und  Strom. Pellet-Heizungen oder Wärmepumpen erfreuen sich steigender Beliebtheit.

Dennoch gibt es nach wie vor einen hohen Informationsbedarf beim Endverbraucher.

Die globalen Klimaveränderungen, die zunehmende Verknappung und die damit einhergehende Verteuerung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Gas und Öl sowie die  weiterhin ungelöste Problematik der atomaren Endlagerung, machen es notwendig, die neuen Energieformen weiter auszubauen und mehr Menschen zugänglich zu machen.

Aber auch als Wirtschaftsfaktor sind erneuerbare Energien nicht zu unterschätzen. Von 2004 bis 2008 ist die Zahl der Arbeitsplätze bundesweit um 73 % gestiegen.  278.000 Menschen sind inzwischen im Bereich der erneuerbaren Energien in Deutschland beschäftigt. Hunderte von Arbeitsplätzen sind alleine in Dithmarschen in den letzten Jahren entstanden um die Anlagen zu errichten, zu warten und zu reparieren.

Des Weiteren wird das Angebot von erneuerbaren Energien immer mehr zum weichen Standortfaktor für die Neuansiedlung von Unternehmen. Viele Unternehmen legen heutzutage Wert auf ein „grünes“ Image und suchen gezielt Standorte, die ihnen Energie aus erneuerbaren Ressourcen liefern können.

 

2. Projektidee E³ – Erlebnis Erneuerbare Energien

 

Um das gesamte Spektrum der Nutzung erneuerbarer Energien sowie Möglichkeiten der Energieeinsparung und der effizienten Energienutzung im Sinne von Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein den Besuchern nahe zu bringen, wird ein Erlebnis- und Kompetenzzentrum für Zukunftsenergien gebaut.

Das Gebäude und das Außengelände sollen architektonischen, energetischen und ökologischen Ansprüchen genügen. Dabei ist das Zentrum ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Es wird als „Plus-Energie-Haus“ konzipiert und wird damit sogar mehr Energie erzeugen als verbrauchen, genau wie auch der Kreis Dithmarschen.

Das Erlebnis- und Informationszentrum soll das touristische Angebot in der Region abrunden und eine sinnvolle Ergänzung zum Multimar Wattforum in Tönning und dem Blanken Hans in Büsum als weitere touristische Indoor-Einrichtung sein.

Aber nicht nur Touristen sind Zielgruppe des Zentrums, sondern auch die einheimische Bevölkerung, Unternehmen und Kommunen, die sich über das Thema informieren und einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik und des Angebots in der Region bekommen wollen.

Das Zentrum soll daher neben einer umfassenden Darstellung des Themas „Erneuerbare Energien“ als Kompetenzzentrum auch Firmen aus der Region als Schaufenster dienen und für Bildungsmaßnahmen und Fachkonferenzen zur Verfügung stehen. Ein Cafe/Bistro soll die Attraktivität für Besucher steigern.

Im Mittelpunkt steht eine Ausstellung, die über die Themen erneuerbare Energien, Klimawandel, Ressourcenschonung, Technologien etc. informieren wird. Das Gebäude selbst wird ein Beispiel für den praktischen Einsatz und die Möglichkeit der Nutzung von erneuerbaren Energien und des Energiesparens sein. Dem Gebäude angegliedert werden soll ein Außengelände mit weiteren Informationsstationen und einem thematisch angepasstem Kinderspielplatz. Möglich wäre auch das Thema Ektro-Mobilität mit einer entsprechenden Ladestation aufzugreifen.

Informationen werden in der Ausstellung spielerisch präsentiert. An etlichen Stationen bietet das Zentrum Zukunftstechniken zum Anfassen. Wie entsteht Wind, warum ist der Sonnenschein warm, was ist Biomasse, wie entsteht daraus Strom? Dies sind Fragen, die durch Exponate für Jung und Alt interessant aufbereitet und durch Ausprobieren beantwortet werden.

Am Anfang der Ausstellung kann z.B. eine Art Gesamtübersicht entstehen, um kurz und übersichtlich dem Besucher aufzuzeigen, welche Arten der regenerativen Energien es gibt und welche davon bereits in Dithmarschen zum Einsatz kommen.

Interaktive und multimediale Erlebnisstationen informieren dann über die komplexen Themen der verschiedenen regenerativen Energien für alle Altersgruppen informativ und unterhaltend. Die Besucher werden dazu animiert, selbst Dinge auszuprobieren, anzufassen und eigene Lernerfahrungen zu machen.

Denkbar sind beispielsweise auch Simulationen/Planspiele, in denen Wechselwirkungen zwischen Verbraucherverhalten, politischen Rahmenbedingungen und Klimaveränderungen dargestellt werden können.

Erweitert wird die Ausstellung durch Funktionsmodelle und „echte“ Installationen von Anlagen zur regenerativen Energiegewinnung. Nach Möglichkeit sollen Unternehmen aus der Region diese Anlagen zur Verfügung stellen und die Ausstellung somit, unter dem Motto „aus der Region für die Region“, als Schaufenster nutzen können. Durch die Erlebbarkeit handelsüblicher Gerätschaften und einem Standort mit Bezug zu erneuerbaren Energien wird die Authentizität des Informations- und Erlebniszentrums gewährleistet. Hierzu trägt auch die Idee der eigenen Energieerzeugung des Zentrums bei, denn abgesehen von einer ökologischen und energieeffizienten Bauweise des Ausstellungsgebäudes soll durch unterschiedlichste Anlagen erneuerbare Energien gewonnen werden. Vorstellbar ist etwa eine eigene kleine Windenergieanlage, die als markantes Erkennungszeichen des Zentrums schon von weitem für den Besucher sichtbar ist oder auch Solarmodule auf Dach und Fassadenfächen.

3. Standort

Um den direkten Bezug zu den erneuerbaren Energien herzustellen und das Thema glaubhaft vertreten zu können, ist eine Ansiedlung der Einrichtung in der Nähe eines Solar- oder Windparks oder anderer sichtbarer Quellen für erneuerbare Energien notwendig.

Die Stadt Meldorf hat sich in den letzten zehn Jahren einen Namen als „Energiesparstadt“ aufgebaut. Hier entstand 2002 die erste Bürgersolaranlage und jährlich besuchen bis zu 2000 Gäste die Klimaschutztage. 2010 wurde der größte Bürger-Solarpark Norddeutschlands mit einer Leistung von 7.650 kWp eingeweiht.

Eine Pilotanlage für ein Bioenergiewerk auf der Basis von Treibsel und anderen biogenen Reststoffen ist geplant.

Es bietet sich daher an, einen Standort im Bereich des alten Meldorfer Hafens ins Auge zu fassen. Auf den dort ausgewiesenen Gewerbeflächen ließe sich das Zentrum in unmittelbarer Nähe zum Solarpark und zu dem geplanten Bioenergiewerk ansiedeln.

Dies und die  Nähe zum Zentrum Meldorfs, dem Tourismusgebiet im Speicherkoog sowie dem „Weltnaturerbe Wattenmeer“, machen den Standort für ein Zentrum für Zukunftsenergien glaubwürdig.

Dieses Zentrum wird ein Schaufenster Dithmarschens als Kreis der erneuerbaren Energien sein. Daher eignet sich hierfür Meldorf als zentral gelegener Ort mit guten Verkehrsanbindungen besonders. Durch eine Vernetzung mit verschiedenen Projekten im Kreis können auch andere Kommunen und Einrichtungen von dieser Ansiedlung profitieren.

4. Projektzielsetzung

Die grundsätzliche Idee des Informations- und Erlebniszentrums ist es, den Wissens- und Informationstransfer bezüglich des Themas regenerativer Energien mit dem touristischen Aspekt zu verbinden.

Ziele des Informations- und Erlebniszentrums sind zum einen, einer breiten Öffentlichkeit die Nutzung regenerativer Energien im Allgemeinen sowie über die Möglichkeiten der Nutzung im eigenen Heim, in öffentlichen Gebäuden und in Unternehmen näher zu bringen, zum anderen aber auch ein umweltgerechtes, energiebewusstes Verbraucherverhalten darzustellen.

Das Erlebniszentrum soll darauf ausgerichtet sein, unterschiedlichste Alters- und Bevölkerungsgruppen zu erreichen und Informationen zu erneuerbaren Energien und einem bewussten Umgang mit Energie in spielerischer und erlebnisorientierter Weise darzustellen. Zudem soll es den Anbietern von erneuerbaren Energien in der Region eine Möglichkeit geben, ihre Leistungen und Kompetenzen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und schließlich das Image des Kreises als Standort der erneuerbaren Energien zu stärken, nach Innen wie nach Außen.

5. Projektpartner

Mögliche Projektpartner sind neben der Stadt Meldorf sowohl Unternehmen als auch Forschungseinrichtungen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien sowie Gemeinden, das Amt Mitteldithmarschen und der Kreis Dithmarschen. Weiterhin wäre es sinnvoll die Fachhochschule Westküste und das BBZ mit einzubinden.

 

6. Nächste Schritte

Nachdem der Kreis Dithmarschen die Entwicklung eines Leitbildes „Energieregion Dithmarschen“ in Angriff genommen hat, passt sich diese Projekt nahtlos in die Zielsetzung ein, Dithmarschen als Kreis der erneuerbaren Regionen zu positionieren.

Vor der Realisierung der Projektidee bedarf es grundsätzlich zuerst einer Orientierung, in wie weit das Projekt Zustimmung in der Region findet und überhaupt umsetzungsfähig ist. Dafür ist es notwendig, eine erste Potential- und Machbarkeitsanalyse durch ein externes Fachbüro durchführen zu lassen.

Die wichtigsten Fragestellungen, die in einer Machbarkeitstudie zu beantworten wären, sind:

  • Markterkundung – gibt es vergleichbare Einrichtungen oder Planungen in Schleswig-Holstein oder Norddeutschland
  • Zielgruppendefinition – sowie das sich daraus ergebende Besucherpotential
  • Einzugsbereich – von woher kommen die Besucher, welche Potentiale könnten womöglich erschlossen werden, Bsp. Metropolregion HH
  • Grobe Schätzung des Flächenbedarfs für Gebäude und Außengelände
  • Kostenschätzung über Flächenrichtwerte für Ausstellungen und Außengelände

 

Die Finanzierung dieser Studie kann über die AktivRegion Dithmarschen und über eine Co-Finanzierung durch die Stadt Meldorf erfolgen, wobei  dieser Anteil durch Unterstützung aus der Wirtschaft verringert werden kann.

Ein entsprechender Beschluss sollte im Ausschuss für Tourismus, Wirtschaft und Kultur herbeigeführt werden.

 

7. Ansprechpartner

Horst-Walter Roth

Roter Sand 5

25704 Meldorf

Tel.: 0 48 32. 38 94

h.-w.roth@t-online.de